„Bis vor Kurzem habe ich an der TU Technische Informatik studiert, ich wollte Computerspezialist werden“, sagt er. Doch das Studium gefiel ihm nicht, er wollte lieber etwas Handwerkliches machen: „Deshalb habe ich mich für die Ausbildung zum Polsterer entschieden.“

Polstern statt pauken!

Vor acht Wochen hat er seine Lehre beim Zehlendorfer Raumausstatter Michael Geisler begonnen. Die Ausbildung ist etwas ganz Besonderes, wie sein Meister sagt: „Bis in die 1970er-Jahre gab es viele Polsterer, doch dann kamen immer mehr billige Möbel auf den Markt, Polsterer wurden nicht mehr gebraucht.“

Heute ist Lukas Reinhardt einer von ganz wenigen, die den Beruf noch erlernen. „Die Arbeit in der Werkstatt macht mir großen Spaß“, sagt er. „Und langweilig wird es nie: Jedes Möbelstück, jeder Sessel, jedes Sofa ist anders.“ Bisweilen kommt er mit Stühlen in Berührung, die 100 Jahre alt sind: „Die Lehre umfasst sehr viele Techniken, ich lerne das Arbeiten mit verschiedenen Textilien, Schaumstoff und auch das Nähen.“

Als Azubi verdient man rund 600 Euro im ersten Jahr. In drei Jahren ist Reinhardt fertig mit der Lehre. Dann ist er Polsterer-Geselle – und dank seiner Spezialisierung eine rare Fachkraft.

Wer auch mit Möbeln arbeiten will, zum Beispiel als Raumausstatter, kann sich noch bewerben. Freie Lehrstellen gibt’s bei der Arbeitsagentur unter folgender Nummer (8–18 Uhr): (030) 5555 81 4248.