Im Jahr 2017 und im Folgejahr sollen der steuerliche Grundfreibetrag, der Kinderfreibetrag und das Kindergeld erhöht werden. Gleichzeitig wird die sogenannte kalte Progression ausgeglichen. Das ist bekanntlich die Bezeichnung für eine Steuermehrbelastung. Diese tritt immer dann ein, wenn Lohnsteigerungen lediglich zu einem Inflationsausgleich führen und gleichzeitig die Einkommensteuersätze nicht der Inflationsrate angepasst werden. Da der Einkommenstarif progressiv steigt, wird für jeden über dem Grundfreibetrag zusätzlich verdienten Euro ein höherer Steuersatz fällig.

Da das deutsche Steuersystem die Inflation nicht berücksichtigt, steigt mit jeder Erhöhung des Bruttolohns die Einkommensteuer stärker als das Einkommen selbst. In Zeiten stark steigender Preise sorgt dieser Effekt dafür, dass das Realeinkommen sinkt. Die Gehaltserhöhung muss deutlich über der Inflationsrate liegen, wenn nach der schleichenden Steuererhöhung etwas übrig bleiben soll.

Da die Lohnsteuer keine eigene Steuerart ist, sondern nur eine besondere Erhebungsform der Einkommensteuer für die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, ist das Einkommensteuergesetz (EStG) die Rechtsgrundlage für die Lohnsteuer. Das zu versteuernde Einkommen bildet die Bemessungsgrundlage für die Einkommensteuer.

Die nunmehr gesetzlich angekündigten Erhöhungen von Grund- und Kinderfreibeträgen sind allerdings verfassungsrechtlich zwingend, um das Existenzminimum steuerfrei zu belassen. Es ist also keine besondere Geste der Finanzverwaltung.

Folgende Änderungen ergeben sich dazu im Einzelnen:

Der Grundfreibetrag steigt in zwei Schritten von jetzt 8.652 Euro um 168 EUR (2017) und um weitere 180 Euro auf 9.000 Euro (2018).

Der Kinderfreibetrag steigt von 4.608 Euro um 108 EUR (2017) und um weitere 72 Euro auf 4.788 Euro (2018). Hinzu kommt der unveränderte Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf in Höhe von 2.640 Euro.

Gleichzeitig wird das Kindergeld von jetzt 190 Euro (für das erste und zweite Kind) im Jahr 2017 jeweils um 2 Euro monatlich je Kind auf 192 bzw. 2018 nochmals auf 194 Euro angehoben. Gleiches gilt für weitere Kinder, bei denen das Kindergeld von jetzt 196 bzw. 221 Euro jeweils um 2 Euro jährlich angehoben wird.