Spezialtiefbauer/-innen untersuchen den Baugrund und entnehmen Bodenproben, prüfen und bezeichnen Bodenproben und führen Schichtenverzeichnisse, um festzustellen, aus welchen Erdschichten der Untergrund besteht. Sie führen Bohrungen durch, um den Baugrund zu untersuchen, Wasser zu gewinnen und Grundwasser, das sich unter Erde befindet, abzusenken, stellen Sonderbaugruben her, die sich z.B. im Grundwasser befinden, führen Erdaushub- und Schachtarbeiten im Wasser durch, führen Wasserhaltungsmaßnahmen durch, entfernen Oberflächenwasser aus Seen oder Flüssen, Sickerwasser, wie z. B. Regen, der ins Grundwasser sickert, und Grundwasser mittels Pumpen aus den Baugruben, sie fertigen tief in die Erde gehende Gründungselemente (Fundamente), setzen besondere Verbauelemente (Sicherungsbauten) und führen dazu Ramm-, Rüttel- und Vibrationsarbeiten durch. Sie bohren und montieren Verankerungssysteme (Spezialbohrungen zur Befestigung im Boden), errichten Unterfangungen an bestehenden Gebäuden (Gebäudeabstützungen) und arbeiten in selbstfahrenden lasergesteuerten Tunnelbaumaschinen im Überdruck (verhindert das Einfließen von Grundwasser). Zusätzlich führen sie Injektionsarbeiten, bei denen Beton in Bohrlöcher gepresst wird, um Berghänge zu sichern, führen Bodenverdichtungen und Bodenverbesserungen durch (Zusatz von Bindemitteln zur Erhöhung der Standfestigkeit).

 

Bewerber/-innen sollten …

  • körperlich belastbar sein
  • technisches Verständnis und handwerkliches Geschick besitzen
  • geschickt sein
  • gerne im Team arbeiten
  • gerne im Freien arbeiten

 

Nicht geeignet ist die Ausbildung …

  • bei Rückenbeschwerden
  • bei Empfindlichkeit oder Allergien gegenüber Nässe, Stein- und Zementstaub oder chemischen Stoffen

 

Zugangsvoraussetzung:

Grundsätzlich ist keine bestimmte Vorbildung für den Lehrbeginn vorgeschrieben. Die meisten Betriebe erwarten aber einen Hauptschulabschluss, manche auch Fachoberschulreife (Mittlere Reife). Die Ausbildung besteht aus zwei Stufen: Nach einer zweijährigen Ausbildung für „Tiefbaufacharbeiter/-in“ folgt ein weiteres Ausbildungsjahr mit dem Abschluss „Spezialtiefbauer“ oder „Spezialtiefbauerin“. Verwandte Tiefbauberufe, von denen auch Fertigkeiten und Kenntnisse vermittelt werden, sind Straßenbauer/-in, Rohrleitungsbauer/-in, Kanalbauer/-in, Brunnenbauer/-in und Gleisbauer/-in.

 

Ausbildungsvergütung

Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist je nach Wirtschaftsbereich und Region, manchmal sogar je nach Unternehmen sehr unterschiedlich (Vergütungstabelle). Eine berufliche Ausbildung zum/zur Spezialtiefbauer/-in ist der erste Schritt ins Berufsleben. Danach geht’s weiter, beispielsweise als Polier/-in, Techniker/-in oder auch Diplom-Ingenieur/-in. Ziel kann natürlich auch die berufliche Selbständigkeit sein. Unter bestimmten Voraussetzungen, z.B. mehrjähriger Berufserfahrung, sind verschiedene Fort- und Weiterbildungen möglich.

  • Geprüfte/r Polier/-in, Schachtmeister/-in (verantwortlich für ganze Bauprojekte)
  • Werkpolier/-in (verantwortlich für Arbeitsgruppen in Baufirmen)
  • Techniker/-in
  • Ausbilder/-in (verantwortlich für die Ausbildung von Azubis)

 

Durch den Besuch einer Fachschule können auch weiterführende Berufe erlernt werden:

  • Industriebetriebswirt/-in Bautechnik
  • Techniker/-in

Nach dem Besuch einer Fachoberschule ist das Studium an einer Fachhochschule (FH) möglich, z.B. Fachrichtung Diplom-Ingenieur/-in Bauingenieurwesen