Gärtner/-innen vermehren, pflanzen und pflegen unterschiedliche Pflanzen, z. B. Obst, Gemüse, Zierpflanzen, Stauden oder auch Bäume. Sie achten bei ihrer Arbeit auf Bestimmungen des Natur- und Umweltschutzrechts, informieren sich über Markt und Preise und wirken bei der Kalkulation mit. Sie achten auf die geeignete Qualität bei Böden, Erden und Substraten, entnehmen Bodenproben und beurteilen die Bodenqualität. Gärtner/-innen führen Kultur- und Pflegemaßnahmen durch, legen den Zeitpunkt für die Ernte oder für die Verwendung fest und beraten Kunden bei der Vermarktung ihrer Produkte und Dienstleistungen. Darüber hinaus sind sie auch für ihren Maschinenpark verantwortlich.

Gärtner/-innen werden in einer der sieben Fachrichtungen ausgebildet:

1.Gärtner/-innen der Fachrichtung Baumschule vermehren Gehölze und wählen Mutterpflanzen aus, setzen Stecklinge führen Aussaaten durch, legen Baumschulquartiere und Flächen für Containerkulturen an. Sie kultivieren Gehölze für verschiedene Verwendungszwecke, wie z. B. Obstanbau, Ziergehölze, roden, sortieren, kennzeichnen und lagern Gehölze und verkaufen diese nebst erforderlicher Kundenberatung.

2.Gärtner/-innen der Fachrichtung Friedhofsgärtnerei planen die Begrünung unterschiedlicher Grabstätten, teilen die Flächen auf, vermessen sie, wählen geeignete Pflanzen aus und berücksichtigen bei ihrer Arbeit die Friedhofssatzung.Sie bearbeiten den Boden und bepflanzen das Grab, vermehren Pflanzen nach unterschiedlichen Verfahren, stellen Trauerbinderei her, wie z. B. Kränze, Grabsträuße, Grabgestecke sowie Sarg- und Trauerfeierdekorationen. Sie beraten Kunden über Dauerbepflanzung oder Dauergrabpflege und verkaufen Pflanzen und Bindereierzeugnisse.

3.Gärtner/-innen der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau bereiten Baustellen vor und richten sie ein, ermitteln die Kosten, übertragen die Pflanzpläne auf die Baustelle und führen Erdarbeiten sowie Be- und Entwässerungsmaßnahmen durch. Sie stellen befestigte Flächen her, stellen Bauwerke in Außenanlagen und statten Außenanlagen aus. Sie führen vegetationstechnische Arbeiten durch und bereiten die Standorte in Außenanlagen, in Innenräumen, an Hängen oder Ufern vor,  bereiten die Flächen für Ansaaten vor, säen aus und führen Pflegemaßnahmen durch.

4.Gärtner/-innen der Fachrichtung Gemüsebau züchten Jungpflanzen an, führen Pflanzungen und Direktsaaten durch, führen Pflanzenschutzmaßnahmen durch, düngen und bewässern die Pflanzen, ernten Gemüse und lagern es. Sie bereiten Gemüse auf und waschen, schneiden, bündeln und sortieren es, kennzeichnen, verpacken und vermarkten Gemüse.

5.Gärtner/-innen der Fachrichtung Obstbau vermehren Pflanzen, führen Pflanzungen durch, arbeiten an den Pflanzen mittels fachmännischem Schnitt, stellen Stützkonstruktionen her, führen Pflanzenschutzmaßnahmen durch, düngen und bewässern die Pflanzen, ernten und sortieren Obst, kennzeichnen, verpacken und vermarkten das frisch geerntete Obst.

6.Gärtner/-innen der Fachrichtung Staudengärtnerei vermehren Stauden durch Teilung, Stecklinge oder Aussaat, legen Staudenquartiere an, pflanzen Stauden und arbeiten an den Pflanzen. Sie führen Pflanzenschutzmaßnahmen durch, düngen und bewässern die Pflanzen, verpacken Stauden, bereiten sie für den Verkauf vor und vermarkten sie.

7.Gärtner/-innen der Fachrichtung Zierpflanzenbau vermehren Zierpflanzen, bereiten Pflanzungen vor und pflanzen Zierpflanzen, führen Pflanzenschutzmaßnahmen durch, düngen und bewässern die Pflanzen, ernten, sortieren und kennzeichnen diese, bepflanzen Gefäße, begrünen Innenräume, bepflanzen Rabatten, binden Sträuße und vermarkten Zierpflanzen mittels Kundenberatung.

Gärtner/-innen arbeiten je nach Fachrichtung für …

  • Baumschulen
  • Friedhofsgärtnereien
  • Betriebe des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaus
  • Gemüsebaubetriebe
  • Obstanbaubetriebe
  • Staudengärtnereien
  • Zierpflanzengärtnereien
  • Einzelhandelsgärtnereien
  • Gartencenter

Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet.

Bewerber/-innen sollten …

  • Freude am Umgang mit Pflanzen haben
  • gerne im Freien arbeiten
  • Spaß an Teamarbeit haben
  • eine gute Beobachtungsgabe haben
  • handwerkliches Geschick haben
  • technisches und kaufmännisches Verständnis

Zugangsvoraussetzung:

Grundsätzlich ist keine bestimmte Vorbildung für den Lehrbeginn vorgeschrieben. Die meisten Betriebe erwarten aber einen Hauptschulabschluss. Manche auch die Fachoberschulreife (Mittlere Reife). Lehrbetrieb und Auszubildender entscheiden, in welcher der sieben Fachrichtungen die Ausbildung erfolgt. Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt. Die Ausbildung endet nach drei Jahren mit bestandener Abschlussprüfung.

Ausbildungsvergütung

Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist je nach Wirtschaftsbereich und Region, manchmal sogar je nach Unternehmen sehr unterschiedlich (Vergütungstabelle). Eine berufliche Ausbildung ist der erste Schritt ins Berufsleben. Danach geht‘s weiter, beispielsweise als Fachagrarwirt/-in. Ziel kann natürlich auch die berufliche Selbständigkeit sein. Es gibt jede Menge Lehrgänge, Kurse oder Seminare, um sich zu spezialisieren, z. B.

  • Pflanzenschutz
  • Pilzanbau
  • Baumpflege
  • Innenraum- und Dachbegrünung

Unter bestimmten Voraussetzungen, z. B. mehrjähriger Berufserfahrung, sind verschiedene Fort- und Weiterbildungen möglich, u. a.:

  • Ausbilder/-in (verantwortlich für die Ausbildung von Azubis)
  • Gärtnermeister/-in
  • Fachagrarwirt/-in
  • Techniker/-in der Fachrichtung
  • Gartenbau

Nach dem Besuch einer Fachoberschule ist das Studium an einer Fachhochschule (FH) möglich, u. a. Dipl.-Ingenieur/-in Gartenbau