Mit der Zeit meldet er sich oft kurzfristig krank oder erscheint am Arbeitsplatz mit einer Alkoholfahne, die sich nicht länger ignorieren lässt. Spätestens jetzt sind die Kollegen gefragt: Bei übermäßigem Alkoholkonsum sollten sie nicht wegsehen, sondern möglichst frühzeitig das offene, vertrauensvolle Gespräch suchen. Nur so kann der Betroffene aus dem Teufelskreis herausfinden.

Gefahren am Arbeitsplatz durch Alkoholkonsum

Aus gutem Grund ist in den allermeisten Betrieben der Konsum von Alkohol vor und während der Arbeitszeit verboten. Denn die Folgen können fatal sein, etwa wenn der- oder diejenige eine Maschine oder ein Fahrzeug zu bedienen hat. Arbeitssicherheit, Abläufe und Produktivität sind gefährdet. Wer während der Arbeitszeit alkoholaltige Getränke konsumiert, setzt zudem seine Stellung und damit seine Einkommensquelle aufs Spiel. Kollegen sollten Veränderungen im Arbeitsverhalten, Sozialverhalten und im äußeren Erscheinungsbild daher nicht ignorieren. „Mögliche Alkoholprobleme anzusprechen, bedeutet nicht, einen langjährigen Kollegen und Freund zu verraten – sondern ihm aktiv zu helfen. Wichtig ist eine vertrauensvolle Atmosphäre, am besten unter vier Augen”, rät Angelika Wiesgen-Pick, Geschäftsführerin des BSI. Unter www.massvoll-geniessen.de hat der „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung” umfassende Informationen und Tipps zusammengefasst, die gerade für ein Gespräch unter Kollegen hilfreich sein können.

Geeignete Hilfe finden

Laien sind bei gravierenden Alkoholproblemen eines Bekannten oder Kollegen schnell überfordert. Sie können aber helfen, indem sie professionelle Ansprechpartner vor Ort finden und beispielsweise ein erstes Gespräch in einer Suchtberatungstelle begleiten. Am Arbeitsplatz wiederum kann man gemeinsame, konkrete Ziele festlegen: kein heimlicher Schnaps mehr im Kaffe, keine Fehlzeiten und Ähnliches. Wenn der Betroffene trotz der Gesprächs- und Hilfsangebote sein Verhalten nicht ändert, sollte man sich gleichwohl an Vorgesetzte oder den Betriebsrat wenden. In größeren Unternehmen stehen für eine weitergehende intensive Beratung die betriebliche Sozialberatung, ein Suchtbeauftragter oder der betriebsärztliche Dienst zur Verfügung.