Spätestens am 01. September startet das neue Ausbildungsjahr für viele Jugendliche. Dass die Ausbildungszeit nach anderen Regeln funktioniert als das bisher in der Schule geschah, wird wohl jedem relativ schnell klar werden. Vor allem der betriebliche Teil der Lehre legt komplett andere Maßstäbe an. Da gibt es so einige Regeln zu beachten und Pflichten zu erfüllen. Vieles ist komplett neu und manchmal ist der Azubi auch gern Sündenbock oder billige Putzkraft. Aber völlig ohne Rechte ist man in der Lehrzeit natürlich nicht. Die wichtigsten davon sollte man kennen, um sich notfalls ohne Scheu darauf zu berufen:

Arbeitszeit: Wie viel Auszubildende arbeiten müssen oder dürfen, regelt bei Minderjährigen das Jugendarbeitsschutzgesetz, bei Volljährigen das Arbeitszeitgesetz. Für erwachsene Azubis ist grundsätzlich nach acht Stunden täglich bzw. 48 Stunden wöchentlich Schluss. Dementsprechend ist eine Sechs-Tage-Arbeitswoche, also auch Samstagsarbeit, erlaubt. Ausnahmsweise sind zehn Stunden täglich möglich, wenn das über sechs Monate nicht zu mehr als durchschnittlich acht Stunden pro Tag führt. Pausen müssen festgelegt sein und sind spätestens nach sechs Stunden zu nehmen. Die Pausenlänge beträgt dann mindestens eine halbe Stunde, mindestens aber 15 Minuten am Stück. Ab neun Stunden Arbeit summiert sich die Pausenzeit auf mindestens 45 Minuten. Wer in Schichten arbeitet, muss zwischen zwei Schichten mindestens elf Stunden pausieren. Das gilt insbesondere auch beim Aufeinandertreffen von Spät- und Frühschicht. Wer sonntags oder feiertags arbeiten muss, hat das Recht auf einen freien Ersatztag.

Für noch nicht volljährige Azubis sind die Arbeitszeitgrenzen etwas enger gesetzt. Die tägliche Höchstarbeitszeit ist auf 8 Stunden bzw. maximal 8,5 Stunden begrenzt. In der Woche sind aber nur maximal 40 Stunden zulässig. Am Samstag und Sonntag muss die Arbeit grundsätzlich ruhen. Für gelegentliche Ausnahmen muss es in der gleichen Woche einen freien Ersatztag geben. Auch zwischen 20 Uhr und 6 Uhr ist das Arbeiten nur ausnahmsweise erlaubt. Eine Pause von einer halben Stunde ist hier schon nach spätestens viereinhalb Stunden vorgeschrieben, bei über sechs Stunden täglicher Arbeitszeit ist mindestens eine Stunde Pause zu gewähren.

Unabhängig vom Alter ist jeder Azubi während der Berufsschulzeit und der Prüfungszeit von der Arbeit freizustellen. Dasselbe gilt für Eintragungen ins Berichtsheft, die ebenfalls durch Freistellungszeiten zu ermöglichen sind. Auszubildende müssen auch keine Überstunden leisten. Lediglich in absoluten Notfällen darf hiervon abgewichen werden.

Beim Urlaubsanspruch wird auch nach dem Alter gestaffelt. So erhält man mindestens 30 Werktage Urlaub, wenn man zu Beginn des Kalenderjahres noch keine 16 Jahre alt ist, mindestens 27 Werktage, wenn man zu Beginn des Kalenderjahres noch keine 17 Jahre alt ist und mindestens 25 Werktage, wenn man zu Beginn des Kalenderjahres noch keine 18 Jahre alt ist. Danach gilt das Bundesurlaubsgesetz, das mindestens 24 Urlaubstage bei einer Sechs-Tage-Woche bzw. 20 freie Tage bei einer Fünf-Tage-Woche vorsieht.

Die Vergütung für Azubis ist nicht gerade üppig. Einen Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn hat man noch nicht. Aber auch die Freistellungszeiten müssen vergütet werden und die Ausbildungsvergütung muss gemäß § 17 Berufsbildungsgesetz jährlich steigen. Die Vergütung für den laufenden Kalendermonat ist spätestens am letzten Arbeitstag des Monats zu zahlen.