Kündigung nach ehrenrührigen Behauptungen

Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hatte in einem Fall entschieden, dass ein Arbeitsverhältnis gekündigt werden kann, wenn ein Arbeitnehmer ehrenrührige Behauptungen über Vorgesetzte und Kollegen in die Welt setzt. Im konkreten Fall ging es um eine Sekretärin, die behauptete, dass es bei ihrer Vorgesetzten sowie bei Kollegen zu Alkoholexzessen und sexuellen Handlungen während des Dienstes gekommen sei. Nach der Zeugenvernehmung stand fest, dass die Arbeitnehmerin ihre Kollegen zu Unrecht beschuldigt und hierdurch ihre arbeitsvertraglichen Pflichten schwerwiegend verletzt habe.

Kündigung nach Beleidigung

In einem anderen Fall sagte ein Arbeitnehmer gegenüber seinem Arbeitgeber in einer öffentlichen Sitzung „er lüge wie gedruckt, wie er mit Menschen umgehe, da komme er – der Mitarbeiter – sich vor wie im Dritten Reich“. Dafür ist nach einer Entscheidung des Hessischen Landesarbeitsgerichts eine fristlose Kündigung gerechtfertigt.

Kündigung nach Kraftausdrücken gegenüber dem Chef

Beleidigt ein Arbeitnehmer seinen Chef vor anderen als „Arschloch“ oder „Wichser“, ist nach einer Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Hamm eine fristlose Kündigung ebenfalls gerechtfertigt. Das Gericht sah in den Äußerungen des Arbeitnehmers eine erhebliche Ehrverletzung, die auch nicht durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt sei.

Vorsicht auch im Internet!

Wer sich in sozialen Netzwerken beleidigend über seinen Chef oder seine Kollegen äußert, riskiert ebenfalls eine fristlose Kündigung. Ein Arbeitnehmer hatte seine Arbeitskollegen auf seiner Facebookseite unter anderem als „Speckrollen“ und „Klugscheißer“ tituliert. Die hierauf folgende fristlose Kündigung wurde vom Arbeitsgericht Duisburg zwar aufgrund von Besonderheiten im Einzelfall für unwirksam erklärt, das Arbeitsgericht verwies aber ausdtücklich darauf, dass grobe Beleidigungen des Arbeitgebers oder von Kollegen eine Kündigung auch ohne vorherige Abmahnung rechtfertigen können.

Beleidigungen von Arbeitnehmern untereinander

Verbale Fehltritte finden sich nicht nur im Über-/Unterordnungsverhältnis, sondern ebenso zwischen den Mitarbeitern. Auch hier gibt es Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen. Beleidigungen gegenüber anderen Mitarbeitern können dann einen verhaltensbedingten Kündigungsgrund darstellen, wenn dadurch der Betriebsfrieden nachhaltig gestört wird.