Die meisten Hundehalter stehen mitten im Berufs­leben

Die Nach­frage nach Arbeits­plätzen, an denen Hunde erlaubt sind, dürfte in den vergangenen Jahren gestiegen sein. Zählte die Statistik im Jahr 2 000 rund 5 Millionen Hunde in Deutsch­land, waren es 2017 bereits 8,4 Millionen – und die meisten Hundehalter stehen mitten im Berufs­leben.

Hunde können beim Stress­abbau helfen

„Studien zeigen, dass Hunde die Kreativität der Mitarbeiter fördern und helfen, Stress abzu­bauen,“ sagt Markus Beyer, Gründer vom Bundes­verband Bürohund. Sein ehren­amtlicher Verein berät Hunde­besitzer und Unternehmen zu dem Thema. Kritiker hingegen sehen das Thema Vier­beiner im Büro anders: Mit einem Hund kommt etwas Unkontrollier­bares ins Büro. Wenn der Rott­weiler des Kollegen einem anderen mit dem Fang­zahn am Ohr hängt, kann das eine Menge Ärger geben.

Arbeit­geber darf entscheiden

Voraus­setzung für Bello im Büro: Der Boss muss zustimmen. Das Direktions­recht regelt, dass Arbeit­geber entscheiden dürfen, ob Hunde in ihren Räumen erlaubt sind. Wollen Arbeitnehmer ihren Hund mitbringen, müssen sie die ausdrück­liche Genehmigung des Vorgesetzten einholen. Das gilt auch dann, wenn der Dackel nur mal ausnahme­weise mit soll, etwa weil der Hundesitter ausgefallen ist. Gibt es in dem Unternehmen noch keine Hunde, muss man von einem Verbot ausgehen.

„Die Angst der anderen“

Ist der Chef einverstanden, sollten Herr­chen oder Frauchen auch die Kollegen fragen, ob sie mit dem Team­zuwachs leben können. „Die Angst der anderen ist immer das Limit“, sagt Markus Beyer und rät, die Erlaubnis des Arbeit­gebers schriftlich fest­zuhalten. „Wichtig ist, genau zu regeln, was die Rechte und Pflichten aller Beteiligten sind und wie die Integration ablaufen soll.“ Klare Vorgaben können Konflikte verhindern. Sinn­voll sei zudem ein Notfall­plan, falls der Hund für Ärger sorgt. Bellt er regel­mäßig andere Kollegen an, könnte die erste Konsequenz heißen: Ein Hundetrainer muss ran. Die letzte: Der Hund darf nicht mehr ins Büro.

Haftungs­frage klären

Auch die Haftungs­frage sollte im Vorfeld geklärt sein: Wer über­nimmt die Kosten, wenn der Hund Schaden anrichtet? In Berlin, Hamburg, Nieder­sachsen, Sachsen Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen müssen Hunde­besitzer eine Tierhalterhaft­pflicht­versicherung abschließen. In anderen Bundes­ländern könnten Arbeit­geber ihre Mitarbeiter dazu verpflichten. Gute Policen sind ab etwa 60 Euro im Jahr zu haben.