Der Arbeitgeber kann dem Urlaubsanspruch kürzen, wenn er für den Mitarbeiter vor der Elternzeit erkennbar gemacht hat, dass er von der Möglichkeit Gebrauch machen will, so das Bundesarbeitsgericht (Az. 9 AZR 362/18). In dem Fall war eine als Assistentin der Geschäftsleitung Angestellte von Anfang 2013 bis Ende 2015 durchgehend in Elternzeit. Im März 2016 kündigte sie ihr Arbeitsverhältnis zu Ende Juni 2016 und wollte in der Zwischenzeit Urlaub nehmen. Dem kam ihr Arbeitgeber nicht nach. Die knapp 90 Urlaubstage während der drei Jahre Elternzeit hatte er anteilig gekürzt. Zu Recht, so die Erfurter Richter. Es seien zunächst zwar Urlaubsansprüche entstanden, die Firma dürfe sie aber kürzen.