Diese Irrtümer im Arbeitsrecht werden häufig als wahr dargestellt:

Nicht genommener Jahresurlaub kann einfach auf das Folgejahr übertragen werden: Der Arbeitnehmer hat seinen Jahresurlaub grundsätzlich bis zum Jahresende zu nehmen. In Ausnahmefällen kann der Urlaubsanspruch bis zum 31. März des Folgejahres verlängert werden.

  Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld: Es besteht kein gesetzlicher Anspruch auf Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. Diese Sonderaufwendung muss der Arbeitgeber an den Arbeitnehmer nur dann zahlen, wenn sie im Arbeits- oder Tarifvertrag oder in der Betriebsvereinbarung geregelt ist.

  Arbeitsverträge können auch mündlich gekündigt werden: Ein Arbeitsvertrag kann nur schriftlich gekündigt werden – egal ob vom Arbeitnehmer oder Arbeitgeber. Eine mündliche Kündigung führt ebenso wenig zu einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses, wie durch eine SMS, ein Fax oder eine eMail.

  Ohne Begründung ist eine Kündigung unwirksam: Der Arbeitgeber muss seine Entscheidung nicht begründen. Aus dem Schreiben an den Arbeitnehmer muss nur hervorgehen, dass das Arbeitsverhältnis beendet wird. Auch bei einer außerordentlichen Kündigung muss keine Begründung erfolgen.

  Vor einer fristlosen Kündigung muss abgemahnt werden: Eine fristlose Kündigung aufgrund besonders schwerer Verstöße gegen den Arbeitsvertrag, wie beispielsweise Missbrauch von Zeiterfassungsgeräten, Vortäuschen der Arbeitsunfähigkeit oder ein Verstoß gegen das Wettbewerbsverbot, bedarf im Vorfeld keiner Abmahnung.

  Keine Kündigung bei Krankheit: Eine Krankheit als solche ist kein Kündigungsgrund. Allerdings kann eine Kündigung sozial gerechtfertigt und zulässig sein, wenn die Krankheit zu einer erheblichen Leistungsunfähigkeit des Arbeitnehmers führt und es dadurch zu einer unzumutbaren betrieblichen (z. B. organisatorischen) oder wirtschaftlichen Belastung (z. B. wegen der hohen Lohnfortzahlungskosten) für den Arbeitgeber kommt.

Eine betriebsbedingte Kündigung führt immer zu einer Abfindung: Es besteht keine gesetzliche Verpflichtung für den Arbeitgeber eine Abfindung an den Arbeitnehmer zu zahlen, wenn es zu einer betriebsbedingten Kündigung kommt.

Der Betriebsrat muss einer Kündigung zustimmen: Der Arbeitgeber muss den Betriebsrat vor einer Kündigung zwar anhören, da die Kündigung ansonsten unwirksam ist, allerdings kann eine Kündigung auch dann erfolgen, wenn der Betriebsrat dieser nicht zustimmt.