Menschenschinder, Ausbeuter – so bezeichnete ein Auszubildender in Bochum seinen Chef auf Facebook und seine Arbeit als „dämliche Scheiße für Mindestlohn -20 Prozent”. Der junge Mann bekam dafür die Quittung: Ihm wurde gekündigt (Az. 3 Sa 644/12). Sein Einwand, dass es sich um allgemeine Kritik an den wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen handele – Kritik, die unter die Meinungsfreiheit falle – überzeugte die Richter des Landesarbeitsgerichts nicht. Der damals 27-Jährige war der Ansicht, dass es vor dem Rausschmiss zumindest einer Abmahnung bedurft hätte, eine außerordentliche Kündigung sei nicht rechtens. Die Gerichte sahen das anders.