Mütter und auch Väter sind durch Beruf und Familie sehr kräfteraubenden Doppelbelastungen ausgesetzt. Einerseits die beruflichen Leistungsverpflichtungen, andererseits ein oder mehrere Kinder, die ebenfalls ihr Recht auf tägliche Zuneigung einfordern. Das bringt nicht selten Betroffene an die Belastungsgrenze. Die Zeit für Entspannung ist oft verschwindend gering. Das birgt auf Dauer erhebliche Gesundheitsgefahren.

Die Dauerbelastung macht krank und dies äußert sich meist in Symptomen wie Schlaflosigkeit, ständigen Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und anderen Auffälligkeiten. Ein reiner Urlaub reicht dann zur Erholung nicht mehr aus. Spätestens an der Stelle ist es höchste Zeit, die Reißleine zu ziehen und eine Auszeit zu nehmen.

Diese Möglichkeit bieten sogenannte Mutter-Kind Kuren, die es seit 2002 allerdings gleichberechtigt auch für Väter gibt. Während eines mehrwöchigen Kuraufenthaltes sollen die Betroffenen unter medizinischer Betreuung neue Kräfte tanken.

Damit solche Auszeiten auch in Anspruch genommen werden können, ist in § 9 Entgeltfortzahlungsgesetz geregelt, dass während Maßnahmen zur medizinischen Vorsorge und Rehabilitation grundsätzlich ein Anspruch auf Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber besteht. Diese ist, wie bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, für maximal sechs Wochen garantiert. Den beschäftigten Elternteilen steht also während einer solchen Kur genauso viel zu, wie sie vorher verdient haben. Nicht jedoch das vor der Kur für Überstunden zusätzlich gezahlte Entgelt.

Auch für arbeitslose Elternteile zahlen die Ämter Arbeitslosengeld I oder Hartz IV während einer Eltern-Kind-Kur weiter. Damit ist auch offensichtlich, dass für eine derartige Kur keinesfalls Urlaubstage zu verbrauchen sind. Zur Klarstellung ist das in §10 Bundesurlaubsgesetz noch einmal ausdrücklich erwähnt.

Doch es kommt noch besser: Der Arbeitgeber darf den Antritt einer bewilligten Kur nicht verweigern oder aufschieben. Dabei hat er generell kein Mitspracherecht. Lediglich die Fairness gebietet es, ihn von einer geplanten und beantragten Kur in Kenntnis zu setzen.

Doch wie bei einer Krankheit auch, führt der erste Weg zum Arzt. Dieser muss ein ärztliches Attest ausstellen. Dieses wird dann mit dem Antrag zusammen bei den Krankenkassen eingereicht. Bis zur Genehmigung der Mutter-Kind-Kur kann es Wochen und Monate dauern. Gelegentlich verweisen die Krankenkassen berufstätige Mütter oder Väter an die Rentenversicherungsträger mit dem Argument, dass eine Mutter/Vater-Kind-Kur der Wiederherstellung der Arbeitskraft dienen soll. Dies ist aber nicht richtig, denn bei einer solchen Kur steht die familiäre Belastung im Vordergrund. Sollte der Antrag mit dem Hinweis abgewiesen werden empfiehlt sich ein Einspruch bei der Krankenkasse.