Chefs mit muslimischen Mitarbeitern müssen damit rechnen, dass sich das Fasten besonders an heißen Tagen auf deren Leistungsfähigkeit auswirkt: Die Mitarbeiter können sich schlechter konzentrieren, sind erschöpft und weniger belastbar. So können sich beim Arbeiten schnell Fehler einschleichen. Arbeitet der fastende Angestellte nicht so gut wie sonst, will aber nicht auf das Fasten verzichten, kommt es zum Konflikt zwischen der Religionsfreiheit und der Pflicht des Angestellten, den Arbeitsvertrag zu erfüllen.

Wenn ein Mitarbeiter wegen des Fastens unkonzentriert arbeitet und Fehler macht, ist das ärgerlich. Wenn es um kleine Patzer geht, wie Tippfehler in E-Mails, müssen Sie das aber hinnehmen. Anders sieht es aus, wenn der Mitarbeiter wegen des Fastens den gesamten Betrieb gefährdet – weil er beispielsweise vor Erschöpfung beim Bedienen großer Maschinen Fehler macht und sich und andere gefährdet. Dann dürfte eine Kündigung als letztes Mittel in Betracht kommen. Denn für den Ramadan gilt, was auch für Gebetszeiten gilt: Beides ist zur Not nachholbar.“