Soziale Teilhabe älterer Menschen

Die Senioren-Assistenz nach dem Plöner Modell war das erste Vorhaben in Deutschland überhaupt, das die soziale Teilhabe Älterer thematisiert hat. Initiiert wurde es von Ute Büchmann. „Als meine Mutter starb, fiel mein Vater in ein tiefes Loch“, berichtet Büchmann. Eine Situation, die sie selbst kaum auffangen konnte, da sie 400 Kilometer entfernt lebte. Und die so typisch ist für viele Familien heute: Die erwachsenen Kinder können ihren Eltern im Alltag kaum oder gar nicht beistehen. Für Pflege und Haushalt sind Hilfen bereits etabliert, Senioren haben aber noch ganz andere Ansprüche. Ute Büchmann beispielsweise wünschte sich für ihren Vater jemanden, mit dem er über Politik diskutieren oder Schach spielen konnte, eine Begleitung auf Augenhöhe. Aus diesem Mangel heraus entschloss sich Büchmann, lebenserfahrene Menschen für die nichtpflegerische Seniorenbegleitung zu qualifizieren, später dann wählte sie den Begriff „Senioren-Assistenz“ für die ambulante Seniorenbetreuung.

Senioren-Assistenten als „Glücklichmacher“

Heute gibt es bereits rund 1.200 Senioren-Assistenten nach dem Plöner Modell. Sie bilden einen eigenen, gut vernetzten Berufsstand. Zur 120-stündigen Ausbildung findet man unter www.senioren-assistentin.de alle weiteren Informationen. Den Aufgaben in diesem Beruf sind keine Grenzen gesetzt – sie reichen von Begleitungen zum Arzt, Besuchen von Veranstaltungen, Gedächtnistraining, Fitnessübungen, Beratungen zu finanziellen Erleichterungen bis hin zu kleinen Ausflügen. „Wir bilden lebenserfahrene Menschen aus, die sich um die kleinen Dinge des Alltags kümmern, die Senioren nicht mehr machen wollen oder machen können. Senioren-Assistenz stellt die soziale Begleitung älterer Menschen in den Mittelpunkt“, betont Ute Büchmann. Eine Hamburger Zeitung habe einen Senioren-Assistenten jüngst sogar als „Glücklichmacher“ bezeichnet.