Der gesetzliche Urlaubsanspruch ist im Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) geregelt. Die Dauer des gesetzlichen Mindesturlaubsanspruchs beträgt gemäß § 3 Abs. 1 BUrlG mindestens 20 Tage. Der gesetzliche Mindesturlaubsanspruch darf bei einer Vollzeittätigkeit nicht unterschritten werden.

Bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs muss der Arbeitgeber die Wünsche des Arbeitnehmers berücksichtigen. Die Urlaubsfestlegung kann allerdings auch versagt werden, wenn gegen die Urlaubserteilung im gewünschten Zeitraum dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer entgegenstehen, die unter sozialen Gesichtspunkten Vorrang verdienen.

Auf die vorrangigen Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer kann sich der Arbeitgeber nur berufen, wenn aus betrieblichen Gründen nicht jeder Urlaubsanspruch erfüllt werden kann. Bei der Abwägung der Urlaubswünsche von zwei Arbeitnehmern ist auf die sozialen Gesichtspunkte abzustellen. Die sozialen Kriterien im Sinne sind vor allem:

• die Urlaubsmöglichkeiten des Partners und der Kinder, die ggfs. auf die Betriebs- und Schulferien angewiesen sind

• die bisherige Urlaubsgewährung in besonders beliebten Zeiten
• Alter und Betriebszugehörigkeit der Arbeitnehmer
• der Umstand, ob es sich um einen erstmaligen oder wiederholten Urlaub im laufenden Kalenderjahr handelt
• die Erholungsbedürftigkeit des Arbeitnehmers (z. B. nach einem besonders intensiven Arbeitseinsatz oder einer schwerwiegenden Erkrankung).

Wird der Urlaub vom Arbeitgeber durch Genehmigung des Urlaubsantrags einmal verbindlich festgelegt, ist der Arbeitgeber daran gebunden. Die Urlaubserteilung kann nicht aus „urlaubsrechtlichen“ Gründen „widerrufen“ werden. Der Arbeitgeber kann die Arbeitspflicht des Arbeitnehmers nur unter der Voraussetzung wiederherstellen, dass ohne die Arbeitskraft des konkreten Arbeitnehmers im bestimmten Zeitraum das Unternehmen zusammenbrechen würde, sodass es für den Arbeitgeber schlicht unzumutbar ist, an der bereits erfolgten Urlaubsgewährung festzuhalten. Muss der Arbeitnehmer in diesem Fall eine bereits gebuchte Reise stornieren, hat der Arbeitgeber für die gesamten Kosten (ggfs. auch für die der mitreisenden Familienmitglieder) aufzukommen. Der Arbeitgeber ist auch nicht berechtigt, den Arbeitnehmer aus dem bereits angetretenen Urlaub zurückzurufen. Aus diesem Grund ist der Arbeitnehmer nicht verpflichtet, seine Urlaubsanschrift zu hinterlassen oder im Urlaub erreichbar zu sein.