Das Jahr neigt sich seinem Ende entgegen. Damit rücken auch wieder all die Versäumnisse ins nähere Blickfeld, die sich übers Jahr angestaut haben. Manches davon kann man nachholen, aufarbeiten oder auch vertagen. Bei einigen Angelegenheiten muss man aber etwas genauer hinsehen, damit sie nicht unwiederbringlich verlorengehen.

Dazu gehört auch der Urlaubsanspruch, besser gesagt, die noch nicht beanspruchten Urlaubstage. Auch wenn sich in vielen Betrieben eine entspannte Praxis eingebürgert hat, verbliebenen Resturlaub auf das kommende Jahr zu übertragen, so ist das kein genereller Selbstläufer.

Neben einer solchen betrieblichen Übung, formuliert das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) die Möglichkeit der Übertragung verbliebenen Resturlaubs auf das kommende Kalenderjahr nur für die Fälle, wo dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe dies rechtfertigen. Derlei dringende betriebliche Gründe können zum Beispiel erhöhter Arbeitsbedarf oder die Erkrankung von Kollegen sein.

Mit persönlichen Gründen ist vor allem eine eigene Erkrankung gemeint. Aber auch die Urlaubswünsche anderer Beschäftigter, denen unter sozialen Gesichtspunkten der Vorrang gebührt, können hier relevant sein. Auch vom Arbeitnehmer selbst kann der Wunsch nach Verlagerung des Resturlaubs ins kommende Jahr kommen. Akzeptable persönliche Gründe können dabei aber lediglich Erkrankungen mit einer bescheinigten Arbeitsunfähigkeit oder besonders schwere Erkrankungen von einzelnen Familienangehörigen sein.

Sind die Voraussetzungen für eine Urlaubsübertragung gegeben oder sind sich beide Seiten hinsichtlich einer stillschweigenden Übertragung einig, sind keine weiteren Erklärungen nötig. Besteht in diesem Punkt Uneinigkeit, ist der Arbeitnehmer zum Handeln gezwungen. Denn im Grundsatz, so formuliert es das Gesetz, verfällt der nicht beanspruchte Urlaub mit Ablauf des Jahres ersatzlos.

Jeder, der sich diesbezüglich unsicher ist, muss seinen Resturlaub nunmehr beantragen oder mit dem Arbeitgeber eine nachweisbare Vereinbarung zur Übertragung treffen. Reagiert der Arbeitgeber auf derartiges Verlangen nicht, macht er sich mit dem späteren Verfall des Urlaubsanspruchs schadensersatzpflichtig. Dieser Ersatzanspruch richtet sich in erster Linie auf die nachträgliche Gewähr der verlorenen Urlaubstage. Ist dies wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses dann nicht mehr möglich, müssen die in Rede stehenden Resturlaubstage in Geld ausbezahlt werden.